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„Der Junge und das Meer“ von Tschingis Aitmatow | Lesung mit Anja Hitzer

NOV
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„Der Junge und das Meer“ von Tschingis Aitmatow | Lesung mit Anja Hitzer


Datum Freitag, 25. November 2022, 19:00 Uhr
Standort HÖR-Saal im I. OG des Gemeindehauses, Heilbronner Straße 20, 10779 Berlin
Mitwirkende
Anja Hitzer
Preis
Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende für die Gemeindearbeit gebeten.
„Der Junge und das Meer“ von Tschingis Aitmatow | Lesung mit Anja Hitzer

Das Meer und das Wasser
Ein Streifzug durch die Literatur

Warum bedeutet uns das Meer so viel? Warum zieht es uns immer wieder dorthin und warum haben sich manche Menschen ganz der See verschrieben? Ein Streifzug durch die Literatur zeigt, dass Dichter zu allen Zeiten und überall auf der Welt dem Bann des Meeres erlagen und versuchten, seine Faszination, seine Bedrohung und seine Schönheit in Worte zu fassen. Heutzutage ist das Meer ein Symbol für Freizeit und Freiheit. Das war nicht immer so – denken wir an die Bibel, Homers Odyssee oder Moby Dick – auch der Schwerpunkt des Buches von Aitmatow: Der Junge und das Meer, - sie zeigen das Meer als Bedrohung. Das Meer hat uns Menschen und den Schriftstellern insbesondere die Möglichkeit geboten, uns mit dem Unbekannten auseinanderzusetzen. Es ist ein Synonym für das, was unsichtbar hinter dem Horizont liegt. Das beflügelt die Phantasie wie auch die Ängste. Der Junge und das Meer In diesem Buch wird in einer wunderschönen, poetischen Sprache beschrieben, wie drei erwachsene Männer einen Halbwüchsigen im Kanu auf die Jagd mitnehmen. Es geht um die Initiation des Jungen. Doch die Gruppe verirrt sich im Nebel. Es spielt sich ein Drama ab…
Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Es ist eine Hymne an das Meer, seine Kraft und seine Macht, auf der die uralten (mythischen) Vorstellungen der Menschen über den Aufbau der Welt basieren. Nach dem Lesen ist mir die Abhängigkeit der Menschen vom Wasser bewusster denn je. Die drei tapferen Krieger und der Junge kämpfen im Boot nicht nur gegen die Gewalt des Meeres an, wünschen sich brennend, das Meer möge enden, möge verschwinden, möge sie an Land spülen - sondern sie liefern sich innerlich gleichzeitig einen Kampf um das Wasser, Süßwasser, trinkbares Wasser, das sie sich gierigst herbeisehnen. Nur ein einziger Wunsch ist größer als der Sieg im Kampf gegen und um Wasser: Das Überleben des Jungen, und dafür „gehen die Männer ans Äußerste“. Die Sprache erinnert anfangs fast ans Biblische, die Erzählung beginnt mit der Schöpfungsgeschichte, an welche die Menschen dieser Kultur glauben. Man wird mitgerissen, emotional derartig eingewoben, dass die vergleichsweise karge Handlung über die gesamte Erzählung hinweg bis zum Bersten spannend bleibt.

Anja Hitzer