Weil wir im Moment Gottesdienste und Andachten nicht in gewohnter Form feiern können, versuchen wir über das Internet verbunden zu bleiben. Hier finden Sie Predigt- und Andachtstexte zum Nachlesen oder Nachhören.

Sonntag, 5. April 2020
„Liebe rechnet nicht“
Predigt zu Markus 14,3-9 am Palmsonntag

Pfarrer Florian Kunz

Liebe Gemeinde!

„Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil!“
Das hat meine Mathelehrerin früher immer gesagt. Der gute Rat nützte wenig, meine Rechenkünste blieben überschaubar.

„Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil!“ Das scheint auch in der Corona-Krise zu stimmen. Jeden Tag füttern uns die Medien mit neuen Tortendiagrammen, Fallzahlen und Exponentialfunktionen.
91.589 Corona-Infizierte in Deutschland, 119.827 in Italien, 1.139.204 weltweit.
Die Zahlen schnellen wie Fieberkurven in die Höhe und die Wissenschaftler grübeln: Wenn ein Infizierter im Durchschnitt drei weitere Menschen ansteckt, wieviel sind das dann in einer Woche?

Und wenn Dank der Ausgangsbeschränkung einer nur noch 0,8 andere ansteckt, sind wir dann am 20. April wieder so weit, dass die Schulen und die Läden öffnen?

Zahlen über Zahlen. Aber was sagen sie mir über den Mann, der seine Frau nach einer 6-stündigen Operation nicht im Krankenhaus besuchen darf? Was sagen sie aus über die fünfköpfige Familie im Plattenbau, der die Decke auf den Kopf fällt? Was sagen sie über die Frau mit beginnender Demenz in einem Pflegeheim, die einfach nicht versteht, warum ihre Tochter nicht mehr kommt?   weiterlesen >>>

oder von Pfarrer Florian Kunz gesprochen als Audio-Datei zum Hören herunterladen >>>


Mittwoch, 1. April 2020

Jesus reitet auf einem Esel

 Der Mensch ist ein verkannter Esel
Passionsandacht

Pfarrer Tilman Reger 

Mein Nachbar sagt: „Der Esel ist ein verkanntes Tier. Null Glamour, nichts Herrschaftliches. Und er hat einen eigenen Willen, das legt man gegen ihn aus und sagt, er sei störrisch. Andererseits ist er sehr duldsam und geht auch dahin, wo ein anderes Lasttier nicht mehr weitergehen würde.“

Ich verstehe nicht viel von Eseln. Ich habe mich schon immer gewundert, warum es ausgerechnet ein Esel war, auf dem Jesus nach Jerusalem einzieht. Daran erinnert der Palmsonntag: Jesus reitet auf einem Esel, als er und seine Jünger in Jerusalem ankommen.

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Sonntag, 29. März 2020, 11:00 Uhr
Gottesdienst als Livestream aus der Apostel-Paulus-Kirche:
Judika - Schaffe mir Recht!

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„Wie kann Gott das zulassen?“ In diesen Tagen stellen sich viele Christinnen und Christen die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts einer Krankheit, der weltweit Menschen zum Opfer fallen.Am Sonntag Judika fragen wir nach dem Recht und der Gerechtigkeit Gottes. Der Gottesdienst wird um 11 Uhr live übertragen. In dem Live-Stream Gottesdienst können Sie mit uns feiern, beten und trotz Isolation die Gemeinschaft derer empfinden, die nach Gott fragen. Der Gottesdienst wird von Jugendlichen aus der Region Schöneberg-Mitte gemeinsam mit Sebastian Huck gestaltet.                 


Mittwoch, 25. März 2020
"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt ..."
Passionsandacht

Diakon Axel Heyne

Vor einer Woche ging es im Wochenspruch ums Pflügen, in dieser Woche nach dem Sonntag Lätare ist nun das Säen dran: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt...“

Das sind treffende Bilder, die uns die Bibel malt! Ein Weizenkorn, das nicht in den Boden gesät wird, kann keine Frucht bringen. Nur wenn es im Dunkel des Ackerbodens stirbt, wächst aus ihm neues Leben. Bleibt es am Licht, dann verliert es seine Kraft, dann bleibt es allein. Wirklich: ein schönes Bild...

Aber für welche Wirk­lichkeit steht es? weiterlesen >>>


Sonntag, 22. März 2020, 11:00 Uhr
Predigt aus dem Gottesdienst als Livestream aus der Kirche zum Heilsbronnen
„Gott ein Gesicht geben“
Predigt am Sonntag Lätare zu Jesaja 66,10-14

Pfarrer Florian Kunz

Liebe Gemeinde an vielen Orten!

Ich kann Gott keinerlei Gesicht geben.“ schreibt der ungarische Schriftsteller Sándor Márai 1945 in seinen Tagebuchnotizen. „Ich weiß dass es Gott gibt, ich nehme ihn in allem wahr -  wie das Leben. Aber zu ihm sprechen kann ich nur mit ganz einfachen Worten wie zu einem Tier oder einem Kind; wenige Worte genügen ihm, um zu verstehen.“ 

„Ich kann Gott keinerlei Gesicht geben“ – die Worte des Schriftstellers sprechen mir aus der Seele. Es gibt Zeiten, Zeiten wie diese – da fällt es mir schwer Gott ein Gesicht zu geben, da wird er mir fremd und meine vertrauten Gottesbilder flüchtig. Da frage ich mich:  weiterlesen >>>
 


Mittwoch, 18. März 2020
„Netzwerk der Liebe“ Passionsandacht
zur Apsis-Malerei in der Basilika San Clemente

Pfarrer Florian Kunz

Deutschland und Europa befinden sich im Ausnahmezustand: Veranstaltungen sind abgesagt, Geschäfte geschlossen, das öffentliche Leben wird auf ein Minimum heruntergefahren und nicht erst im „Home Office“ wird spürbar, wie schnell der eigene Aktionsradius kleiner geworden ist. Es ist Pandemie. Auf Infografiken im Fernsehen und Internet kann man in roten kreisförmigen Animationen sehen, wie rasant sich das neuartige Virus verbreitet. Ein Impfstoff gegen Covid-19 ist noch nicht entwickelt, doch ich glaube es gibt ein anderes Gegengift, das wir in diesen Zeiten von Angst und Verunsicherung brauchen. weiterlesen >>>