Andachten und Gottesdienste zum Mitfeiern zu Hause

Weil wir im Moment Gottesdienste und Andachten nicht in gewohnter Form feiern können, versuchen wir, über das Internet verbunden zu bleiben.
Hier finden Sie Predigt- und Andachtstexte zum Nachlesen oder Nachhören.

 

"Ein Herz und eine Seele"
Predigt zum 1. Sonntag nach Trinitatis über Apostelgeschichte 4
von Pfarrer Tilman Reger

Sie waren ein Herz und eine Seele und hatten alles gemeinsam. Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So schön, so gut. So märchenhaft.

Über die erste christliche Gemeinde wird erzählt, dass sie ein Herz und eine Seele waren, alles gemeinsam hatten, alles miteinander geteilt haben, ihre Güter verkauft haben, um sie der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen, und dass es Verwalter in der Gemeinde gab, die es verteilten, wie es nötig war.

Zu schön, um wahr zu sein? Oder so schön und wahr, dass wir es kaum glauben können.
Wir hören in der Apostelgeschichte, dass die erste Gemeinde so beschrieben wird.

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Sonntag, 17. Mai 2020, Rogate 

Predigt zu Matthäus 6, 6 -13: Im Kämmerlein,
Pfarrer Florian Kunz

Zwei Hände – sie ragen aus umgeschlagenen Ärmeln, die Spitzen der feingliedrigen Finger berühren sich, sind schräg nach oben gerichtet. Richtig plastisch wirkt die Tinte- und Kreidezeichnung auf blauem Grund. Der Maler Albrecht Dürer hat sie 1508 als Vorstudie für die betenden Hände eines Apostels für ein prächtiges Altarbild angefertigt. Der Altar ging 1729 bei einem Großbrand in Flammen auf, die kleine Zeichnung der „Betenden Hände“ überdauerte die Zeiten und gelangte zu enormer Populariät. Neben dem Hasen sind diese Hände das bekannteste Werk Albrecht Dürers. Millionenfach kopiert und reproduziert – auf Relieftafeln und Bibeln, als Konfirmationsgeschenk und auf Kondolenzkarten. Hier weiterlesen ...Kunz Matthäus 6 Im Kämmerlein.pdf

 

Sonntag, 10. Mai 2020, Kantate

Vogelpredigt des Franziskus v. Assisi, Giotto di Bondone, DetailDer vierte Sonntag nach Ostern hat seinen Namen „Kantate“ vom Psalm 98, der zum Singen und Jauchzen und Tanzen und Klatschen auffordert: „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“

Lesen Sie hier die Predigt von Pfarrer Tilman Reger über das Singen, die Musik und die Kunst als Ausdrucksformen des Lebens. Auch im Sport, in der körperlichen Nähe mit einem geliebten Menschen und im Gesang der Vögel erklingen die neuen Lieder und spüren wir die Wunder Gottes.

Als die Jünger Gott lautstark loben, bekräftig Jesus ihren Jubel und sagt: "Wenn diese schweigen, müssen die Steine schreien." Im 75. Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern wir an das Schreien der Steine und danken dafür, dass wieder Lieder gesungen werden. Mit neuen und alten Liedern loben wir Gott, spüren das Leben, singen wir gegen die Not an und bitten um Frieden.

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Sonntag, 3. Mai 2020, Jubilate

Predigt Johannes 15,1-8: Dranbleiben
Pfarrer Florian Kunz

Liebe Gemeinde,
haben Sie in unserer Stadt schon mal einen Weinberg gesehen? Vermutlich nicht. Biersorten hat Berlin ja so einige zu bieten, aber Wein? Eine Alt-Schöneberger Spätlese? Oder einen Reinickendorfer Riesling? Fehlanzeige! Im märkischen Sand wachsen keine Trauben – das weiß man doch. Wer in unserer Stadt Rebstöcke entdecken will, kann lange suchen. Das war nicht immer so. Die erste urkundliche Erwähnung von Weinanbau in Berlin stammt aus dem Jahr 1173 und im Spätmittelalter soll es damals fast 100 Weinbaugebiete und ebenso viele Weinbauern in unserer Stadt gegeben haben. Heute erinnern nur noch Straßennamen daran: Weinmeisterstraße, Weinbergweg oder der Volkspark am Weinberg.
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Lesegottesdienst zum Sonntag Jubilate
von Pfarrer Tilman Reger

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsinget zur Ehre seines Namens!
     Lobet, alle Völker, unsern Gott,
     lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsre Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
     jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Dieser Sonntag trägt nach dem 66. Psalm den Namen Jubilate. Einige Verse des Psalms können Sie oben lesen und mitbeten und jubilieren. Was für eine schöne Übersetzung der lateinischen Aufforderung „jubilate Deo!“ – jauchzet Gott! Das Jauchzen und fröhliche Singen soll ganz von Herzen kommen. Vielleicht fallen Ihnen ein paar Töne, eine Melodie dazu ein.

Jauchzt auf, lobt und singt und jubiliert! Das geht leicht, wenn man erlebt hat, wovon der Psalm erzählt: Gott hat Israel aus Ägypten befreit und einen Weg durch die Fluten gebahnt. Gott hat den Menschenkindern viel Gutes getan und die Welt wunderbar gestaltet. Wie wunderbar sind seine Werke!

Ein freies, spontanes, Jauchzen und Loben geht uns heute vielleicht nicht so leicht von den Lippen. Allein zu Hause singt es sich vielleicht nicht so frei und fröhlich. Uns begleitet auch in der neu beginnenden Woche die Sorge wegen des Coronavirus, das sich schleichend und unbemerkt bewegt und sich leise weiter ausbreiten könnte. Hat Gott da seine Finger im Spiel? Sind solche Ereignisse, die das Leben bedrohen, auch Teil seiner Werke? Nein, Gott hat es doch versprochen, als er nach der Sintflut den Regenbogen an den Himmel gemalt hat: Nie wieder schickt er solche Not! Aber dennoch, wie sollen wir zurzeit jauchzen? Wir müssen eben auch flehen und bitten und Gott erinnern: Gott, deinen Ruhm lassen wir weit erschallen, denn du mögest unsere Seelen am Leben erhalten, du mögest unsere Füße nicht gleiten lassen! Herr, erbarme dich! Christus, erbarme dich! Kyrie eleison!

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Sonntag, 26. April 2020
Misericordias Domini

Feiern Sie zu Hause den ab 11 Uhr aus dem Heilsbronnen übertragenen Gottesdienst mit.
Mitwirkende:    Diakon Axel Heyne, Kirchenmusiker Thomas Noll, Lektorin Anja Hitzer und das bewährte Jugend-Aufnahme-Team mit Sebastian Huck, Justin, Markus und Matthias



Sonntag, 19. April 2020
Selig sind, die sich nicht sehen
Lesepredigt zum Sonntag Quasimodogeniti
Pfarrer Tilman Reger

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“, sagt Jesus zu Thomas.

Selig sind, die sich nicht sehen und doch glauben – möchte ich an diesem Sonntag in leichter Abwandlung sagen. Ein weiterer Sonntag ist da, an dem wir uns nicht sehen und doch als Gemeinde im Glauben und im Gebet verbunden sind.

Sie sitzen wahrscheinlich zu Hause am Esstisch oder im Lesesessel, wenn Sie das hier lesen. Vielleicht sind Sie einfach lieber vorsichtig. Möglicherweise haben Sie verständliche Angst davor, Sie könnten sich da draußen zwischen den Menschen in Gefahr begeben. Sie haben dann etwas gemeinsam mit den Jüngern, die am Ostertag noch nicht von der Auferstehung gehört hatten, sondern noch unter dem Eindruck der Kreuzigung standen. Die Jünger hatten sich aus Angst vor den Menschen in ein Haus zurückgezogen und sich bei verschlossenen Türen versteckt. Sie fürchteten sich vor den Menschen, die den Tod ihres Freundes Jesus herbeigeführt hatten. Sie fürchteten darum auch um ihr eigenes Leben. In ihren eigenen vier Wänden und im Kreis der engsten Freunde fühlten die Jünger sich zumindest sicher.

Plötzlich kommt Jesus zu ihnen,... weiterlesen mit PDF-Download >>>

 

 

 


Samstag, 11. April 2020             Osternachtfeier als Live-Stream aus der Kirche zum Heilsbronnen

mit Pfarrer Florian Kunz (Predigt), Sebastian Brendel (Klavier/Orgel), Friederike Harmsen (Gesang), Evangelische Jugend Schöneberg Mitte: Sebastian Huck, Justin, Matthias, Markus, (Lektoren, Technik)

Das Video gibt es leider nicht mehr online, aber die Predigt zu 1. Korinther 15,19-22  kann als PDF-Datei aufgerufen und nachgelesen werden >>>

 


Freitag, 10. April 2020
Miteinander sterben, füreinander leben
Lesepredigt zum Karfreitag

Pfarrer Tilman Reger

In der Passionszeit und bevorstehenden Osterzeit, die weltweit unter dem Vorzeichen der Corona-Pandemie stehen, ist es nicht leicht zu verstehen, was das Tröstliche am Tod Jesu ist und wie dadurch Versöhnung erfahren werden kann. Für viele ist eine Bedrückung spürbar, die sonst Menschen spüren, wenn sie Trauer um einen lieben Menschen tragen. In der Trauer kann die Hoffnung auf neues Leben ganz verdunkelt sein. In der Trauer und Not können die Hoffnung und der Wunsch nach Leben aber auch umso drängender sein.

Bei jedem Trauerfall, den ich als Seelsorger begleite, also bei jeder Familie, die ich in der Trauer und beim Abschied von einem geliebten Menschen begleite, erlebe ich selbst den Verlust. Auch in meinem Herzen ist ein Bett verwaist, bleibt ein Platz am Tisch leer. Auch in mir stirbt dann etwas. Ein wenig sterbe ich mit jedem Tod mit. weiterlesen >>>

 

 

 


Mittwoch, 8. April 2020
„Vor dem Fest“ Passionsandacht
-  auch zu Gründonnerstag
Zum Bild „Abendmahl“ von Michael Triegel, 1994

Pfarrer Florian Kunz

Vertraut und gleichzeitig fremd mutet dieses Bild an. Die lange weißgedeckte Tafel und die klassische Architektur mit ihren akkurat ausgearbeiteten geometrischen Perspektiven lassen an Leonardo da Vincis berühmte Abendmahlsszene denken. Doch hier hat kein Alter Meister den Pinsel geführt, sondern ein Künstler unserer Zeit: der 1968 in Erfurt geborene Michael Triegel. So gängig das Sujet, so verwirrend der Anblick. Denn an diesem langen Tisch fehlen die Gäste. weiterlesen >>>


Sonntag, 5. April 2020
„Liebe rechnet nicht“
Predigt zu Markus 14,3-9 am Palmsonntag

Pfarrer Florian Kunz

Liebe Gemeinde!

„Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil!“
Das hat meine Mathelehrerin früher immer gesagt. Der gute Rat nützte wenig, meine Rechenkünste blieben überschaubar.

„Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil!“ Das scheint auch in der Corona-Krise zu stimmen. Jeden Tag füttern uns die Medien mit neuen Tortendiagrammen, Fallzahlen und Exponentialfunktionen.
91.589 Corona-Infizierte in Deutschland, 119.827 in Italien, 1.139.204 weltweit.
Die Zahlen schnellen wie Fieberkurven in die Höhe und die Wissenschaftler grübeln: Wenn ein Infizierter im Durchschnitt drei weitere Menschen ansteckt, wieviel sind das dann in einer Woche?

Und wenn Dank der Ausgangsbeschränkung einer nur noch 0,8 andere ansteckt, sind wir dann am 20. April wieder so weit, dass die Schulen und die Läden öffnen?

Zahlen über Zahlen. Aber was sagen sie mir über den Mann, der seine Frau nach einer 6-stündigen Operation nicht im Krankenhaus besuchen darf? Was sagen sie aus über die fünfköpfige Familie im Plattenbau, der die Decke auf den Kopf fällt? Was sagen sie über die Frau mit beginnender Demenz in einem Pflegeheim, die einfach nicht versteht, warum ihre Tochter nicht mehr kommt?   weiterlesen >>>

oder von Pfarrer Florian Kunz gesprochen als Audio-Datei zum Hören herunterladen >>>


Mittwoch, 1. April 2020

Jesus reitet auf einem Esel

 Der Mensch ist ein verkannter Esel
Passionsandacht

Pfarrer Tilman Reger 

Mein Nachbar sagt: „Der Esel ist ein verkanntes Tier. Null Glamour, nichts Herrschaftliches. Und er hat einen eigenen Willen, das legt man gegen ihn aus und sagt, er sei störrisch. Andererseits ist er sehr duldsam und geht auch dahin, wo ein anderes Lasttier nicht mehr weitergehen würde.“

Ich verstehe nicht viel von Eseln. Ich habe mich schon immer gewundert, warum es ausgerechnet ein Esel war, auf dem Jesus nach Jerusalem einzieht. Daran erinnert der Palmsonntag: Jesus reitet auf einem Esel, als er und seine Jünger in Jerusalem ankommen.

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Sonntag, 29. März 2020, 11:00 Uhr
Gottesdienst als Livestream aus der Apostel-Paulus-Kirche:
Judika - Schaffe mir Recht!

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„Wie kann Gott das zulassen?“ In diesen Tagen stellen sich viele Christinnen und Christen die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts einer Krankheit, der weltweit Menschen zum Opfer fallen.Am Sonntag Judika fragen wir nach dem Recht und der Gerechtigkeit Gottes. Der Gottesdienst wird um 11 Uhr live übertragen. In dem Live-Stream Gottesdienst können Sie mit uns feiern, beten und trotz Isolation die Gemeinschaft derer empfinden, die nach Gott fragen. Der Gottesdienst wird von Jugendlichen aus der Region Schöneberg-Mitte gemeinsam mit Sebastian Huck gestaltet.                 


Mittwoch, 25. März 2020
"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt ..."
Passionsandacht

Diakon Axel Heyne

Vor einer Woche ging es im Wochenspruch ums Pflügen, in dieser Woche nach dem Sonntag Lätare ist nun das Säen dran: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt...“

Das sind treffende Bilder, die uns die Bibel malt! Ein Weizenkorn, das nicht in den Boden gesät wird, kann keine Frucht bringen. Nur wenn es im Dunkel des Ackerbodens stirbt, wächst aus ihm neues Leben. Bleibt es am Licht, dann verliert es seine Kraft, dann bleibt es allein. Wirklich: ein schönes Bild...

Aber für welche Wirk­lichkeit steht es? weiterlesen >>>


Sonntag, 22. März 2020, 11:00 Uhr
Predigt aus dem Gottesdienst als Livestream aus der Kirche zum Heilsbronnen
„Gott ein Gesicht geben“
Predigt am Sonntag Lätare zu Jesaja 66,10-14

Pfarrer Florian Kunz

Liebe Gemeinde an vielen Orten!

Ich kann Gott keinerlei Gesicht geben.“ schreibt der ungarische Schriftsteller Sándor Márai 1945 in seinen Tagebuchnotizen. „Ich weiß dass es Gott gibt, ich nehme ihn in allem wahr -  wie das Leben. Aber zu ihm sprechen kann ich nur mit ganz einfachen Worten wie zu einem Tier oder einem Kind; wenige Worte genügen ihm, um zu verstehen.“ 

„Ich kann Gott keinerlei Gesicht geben“ – die Worte des Schriftstellers sprechen mir aus der Seele. Es gibt Zeiten, Zeiten wie diese – da fällt es mir schwer Gott ein Gesicht zu geben, da wird er mir fremd und meine vertrauten Gottesbilder flüchtig. Da frage ich mich:  weiterlesen >>>
 


Mittwoch, 18. März 2020
„Netzwerk der Liebe“ Passionsandacht
zur Apsis-Malerei in der Basilika San Clemente

Pfarrer Florian Kunz

Deutschland und Europa befinden sich im Ausnahmezustand: Veranstaltungen sind abgesagt, Geschäfte geschlossen, das öffentliche Leben wird auf ein Minimum heruntergefahren und nicht erst im „Home Office“ wird spürbar, wie schnell der eigene Aktionsradius kleiner geworden ist. Es ist Pandemie. Auf Infografiken im Fernsehen und Internet kann man in roten kreisförmigen Animationen sehen, wie rasant sich das neuartige Virus verbreitet. Ein Impfstoff gegen Covid-19 ist noch nicht entwickelt, doch ich glaube es gibt ein anderes Gegengift, das wir in diesen Zeiten von Angst und Verunsicherung brauchen. weiterlesen >>>